Mindset Queen All - Diverses Tauchen

Ich habe heute leider kein Foto für dich

Ich werde alt. Ganz eindeutig. Die Hinweise häufen sich. Einer davon, der nicht zu leugnen ist, zeigt sich in Form von Konzerten. Ich war nun schon auf mehreren Konzerten zum 25- oder 30-jährigen Jubiläum dieses oder jenes Albums. Und alle waren sie verdammt geil, anders kann man es einfach nicht sagen. Immerhin bin ich mit dieser Musik groß geworden und noch immer stecken bestimmte Songs einfach im Rückenmark.

Was früher definitiv anders und vielleicht sogar besser war, sind die damals nicht existenten Handys auf Konzerten. Vor einiger Zeit habe ich festgestellt, dass ich die Band auf dem Handy des Vordermanns besser sehe, als mit meinen eigenen Augen. Offenbar werde ich zum Maulwurf, noch so ein unbestreitbarer Hinweis. Eine Brille schafft Abhilfe, ist aber bei manchen Konzerten ungünstig.

Zum Glück gibt es Kontaktlinsen – die nachfolgenden Konzerte waren eine Offenbarung. Man steht ja nicht immer in der ersten Reihe, ich am allerwenigsten. Einen Nachteil haben die Linsen allerdings. Ich kann Kleingedrucktes nicht mehr lesen. Wenn ich also mit Kontaktlinsen und mein Mann ohne Lesebrille das Haus verlassen, sind wir aufgeschmissen. Noch nicht zu hundert Prozent, aber besser wird das mit dem Alter sicher nicht mehr.

Wenn ich meinen Mann auf einem Konzert verliere und er mir übers Handy schreibt, kann ich die Leute neben mir um Lesehilfe bitten. So kommt man auch ins Gespräch. Wenn der Mann dann auch mehrere winkende Handytaschenlampen nicht sieht, hat man gleich noch nette Ersatzgesellschaft (die am Ende trotz schriftlicher Nachweise in Frage gestellt hat, dass ich wirklich verheiratet wäre, weil der Mann es sich irgendwo anders gemütlich gemacht hatte).

Schlimm, schlimm. Früher hätten mich nichts und niemand überzeugen können, mein Telefon mit auf ein Konzert zu nehmen. Das schränkt auch die Auswahl an Hosen ein, denn nicht jedes Exemplar hat ausreichend große Taschen. Aber hier sind wir nun mal und frau fügt sich. Ein bisschen grummelnd, aber gleichzeitig ist man froh über den Zugriff auf Fahrpläne, Fahrkarten und falls man papierlos unterwegs ist sogar auf die Konzertkarten.

ABER fotografieren geht gar nicht. Filmen erst recht nicht. Die vielen in die Luft gehaltenen Handys finde ich fürchterlich. Manch einer nimmt ein Konzert scheinbar nur noch über den Bildschirm wahr. Wir haben im Freundeskreis schon oft festgestellt, dass wir echt wenige Fotos machen. Mein Mann und ich wollen eigentlich mehr Erinnerungsfotos machen. Bei einem Konzert fällt mir das schwer. Einerseits will ich selbst nicht mit dem Handy in der Hand vor der Bühne stehen. Andererseits vergesse ich es eben auch ständig.

Wirklich wichtig ist es mir offenbar nicht. Also das Konzert schon, aber die Bilder hinterher nicht. Es fällt mir auch schwer, mir vorzustellen, wie sich jemand hinterher seine verwackelten und unscharfen Bilder und Videos anschaut. Der Ausschuss ist vermutlich nicht klein. Beim Tauchen geht es mir ähnlich. Vieles versuche ich gar nicht erst zu fotografieren, weil ich weiß, dass das eh nicht wird. Vor lauter Nesteln mit der Kamera und dem Versuch, ein halbwegs vernünftiges Bild zu schießen, würde ich kaum noch etwas von dem einmaligen Moment mitbekommen.

Wahrscheinlich fotografiere ich gerade deswegen so gerne Kleinkruscht (der Korrektor behauptet, das wäre Schwäbisch. Ich hoffe, ihr versteht es trotzdem.) – der ist in der Regel nicht so schnell weg und ich kann mich ganz meditativ dem Fotografieren widmen. Natürlich sind uns auch schon etliche beeindruckend große Tiere vor die Linse geschwommen und so ein aus der Hüfte geschossenes Bild kann dann auch eine schöne Erinnerung sein. Aber auch da stürze ich mich nicht in eine Meute aus unzähligen Tauchern, die einer Schildkröte die Kamera ins Gesicht halten.

Lieber warte ich in Ruhe ab, bis die Gruppe weitergezogen ist und lasse mich dann von dem verdatterten Tier selbst beäugen. Wir geben ja mit Sicherheit auch ein seltsames Bild ab. Wenn also Zeit und Ruhe ist, fotografiere ich durchaus gerne, aber ich will die Welt eben nicht nur durch die Kamera erleben.

Was Konzerte angeht, hat das bald sowieso Seltenheitswert. Das hiesige Angebot ist aus meiner Warte bescheiden – Metal ist halt nicht gleich Metal. Highlights gibt es trotzdem immer wieder. Sogar eine meiner Lieblingsbands lässt sich blicken. Die hatte ich glücklicherweise schon einmal live erleben dürfen. Denn diesmal wird es nichts mit uns. Die Kartenpreise für Stehplätze haben nun sogar meine Schmerzgrenze überschritten. Für das Geld kann ich mehrere Tauchgänge machen.

Für jemanden wie mich, der noch ganz klassisch Alben kauft (wenn auch halbwegs fortschrittlich als mp3-Format), ist der Wandel in der Musikindustrie ein Graus. Den Künstlern bleibt ja gar nichts anderes mehr übrig, als ihr Geld durch Konzerte zu verdienen. Und wer große Hallen füllen kann, hat wohl nach oben kein Limit. Alternativen gibt es ja zum Glück noch einige und ich mag kleinere Locations. Da sehe ich auch viel besser und mit Kontaktlinsen sogar das Weiße in den Augen des Drummers.

Vielleicht nutze ich dann sogar mal die Möglichkeit, mich hinterher mit einem Bandmitglied fotografieren zu lassen. Hat mich bisher nie gejuckt, bin ja wegen der Musik da. Aber dann könnte ich auch mal sagen „Ich habe heute ein Foto für dich“.

PS: Das Beitragsfoto stammt von einem der vor-vor-…-vorletzten Konzerte. Manchmal springe ich über meinen Schatten, um einem lieben Freund einen Gruß zu schicken.

46 thoughts on “Ich habe heute leider kein Foto für dich

  1. Vielleicht hast Du Glück und es wird doch nochmal besser mit den Augen. Bei mir war es so. Meine Altersweitsichtigkeit hat dazu geführt, dass meine Kurzsichtigkeit um 2 Dioptrien zurückgegangen ist. Da ich augentechnisch eher der Gattung Maulwurf angehöre, war das jetzt nicht der große Wurf, aber immerhin.

    Und zur Handyfilmerei bei Konzerten: Hab ich neulich noch mit meinem Jüngsten (27) drüber gesprochen. Er findet das genauso furchtbar wie ich. Im Februar hat er mich zu einem Konzert begleitet, eher so meine Altersklasse ( Nashville Reunion Tour ) und er meinte, es wäre vielleicht gar keine schlechte Idee, öfter mal auf Konzerte für „Boomer“ zu gehen, da bliebe einem wenigstens diese Handy Nerverei erspart…. Ich versteh das auch überhaupt gar nicht. Wie kann ich ein Konzert genießen, wenn ich dauernd auf mein Handy starre? Ein/ zwei Erinnerungsfotos mach ich auch immer für mich, aber sonst bleibt das Handy weg.
    Da fällt mir noch eine lustige Episode ein: Vor ein paar Jahren waren wir bei einem recht kleinen Club-Konzert der Wingerfelder-Brüder, das sind die Frontmänner von Fury in the Slaughterhouse, die touren schon mal mit einem Soloprojekt. Ein paar Reihen vor uns stand auch so ein Held, der ununterbrochen das Geschehen auf der Bühne filmte. Während der Show ging Kai Wingenfelder von der Bühne, mischte sich unter die Zuschauer , stand schließlich hinter dem Videofilmer und guckte dem über die Schulter. Alle haben sich großartig amüsiert und der Videofilmer hat das echt nicht gemerkt. Fand ich eine so gelungene Aktion.
    Wünsche Dir immer den richtigen Durchblick
    Liebe Grüße
    Britta

    1. Das habe ich schon ein paar mal gehört, dass sich das mit der Kurzsichtigkeit im Alter von selbst richten könnte. Meine Augenärztin hat mir da allerdings wenig Hoffnung gemacht, im Gegenteil. Es ist, wie es ist – eine hübsche Brille kann ja auch ein nettes Accessoire sein.
      Die Aktion, sich hinter den Filmer zu schleichen, ist ja grandios. Der hat seine Lektion hinterher wahrscheinlich auch gelernt 😂. Wobei ich bei Wingerfelder-Brüder als erstes an Wildecker Herzbuben denken musste. Zum Glück hast du es aufgeklärt und ich wieder was gelernt 😊
      Liebe Grüße
      Vanessa

      1. Meine Kurzsichtigkeit ist um ~1,5 Dioptrien zurück gegangen. Manches wird mit dem Alter besser. (Wenn man es sich fest einredet.😅) Dafür muss ich jetzt zum Lesen die Brille absetzen. Irgendwas ist halt immer.
        Dass man nicht mehr tau frisch ist, merkt man spätestens dann, wenn in einem Konzert vor sich nur noch grauhaarige oder gefärbte Köpfe sieht. 🤗 Aber hey, ist doch wurscht. Wichtig ist doch, dass man sich nicht ständig vor Augen führt, was man alles nicht mehr kann. Auch wenn „man“ üblicherweise manches nicht mehr macht… mit 60+ komme ich immer noch barfuß den Kirschbaum hoch.
        Bleib frisch im Kopf!
        Sibylle

        1. Stimmt, das Publikum ist insgesamt heute stark angegraut 😄. Im Gegensatz zu den schlechter werdenden Augen freue ich mich ja auf graue Haare. Dann würde ich mir das Blondieren sparen und mit Silbergrau herumlaufen. Einen Kirschbaum erklimme ich lieber nicht – das letzte Mal bin ich als Erstklässlerin auf einen Baum geklettert und bei Magnolien ist das ja keine große Herausforderung. Gibt ja genug anderes, dass man anstellen kann 😇
          Liebe Grüße
          Vanessa

      2. Ob man da wenigstens mit der Altersweitsichtigkeit Glück hat, hängt wohl von der Hornhautkrümmung ab. Ich werde die Brille ja auch nie loswerden. Aber ich mag sie auch als schönes Accessoire und komme mir ohne schon fast nackt vor… 🙂
        Also, ob man die Musik sowohl von den Herzbuben als von den Wingenfelders nun mag oder nicht – ich kann Dir zumindest versichern, dass die Wingenfelder um Längen attraktiver sind :))

  2. bin ganz bei dir……
    ganz oft vergesse ich vor lauter leben, fotos zu machen. oder dem BW fällt erst auf dem heimweg ein, ein anzugfoto von mir zu schiessen – klamotte zerknüllt, lippenstift weg“gefressen“, austrahlung müde – dann will ich auch nicht geknipst werden. also müsst ihr ganz oft mit gartenfotos vorliebnehmen 🙂
    konzertpreise sind wirklich astronomisch mittlerweile. und da ich keinesfalls länger als 10 minuten stehen kann, fällt live-mucke seit einiger zeit eben aus…… dafür gönnen wir uns dann hin&wieder VINYL – auf einem profi-plattenspieler an fetter anlage. bequem im sessel und das bier/den rotwein hat ´ne bessere qualität und es schüttet mir auch keiner übern latz.
    silverhipster halt ;-D
    xxx

    1. Zu Hause mit Bier und/oder Rotwein ist es auch wunderbar – und man kann gleich alle Lieblingsbands hören. Machen wir am Wochenende sehr gerne und ausgiebig. Konzerte sind eine schöne Abwechslung und meistens behalten alle ihr Bier für sich. Manchmal fliegen aber auch volle Becher und bei dem Anblick blutet mir das Herz, nicht nur wegen der Bierpreise. Das schöne Bier 😭. Schwabenhipster halt 😉
      Liebe Grüße!

  3. Kleinkruscht ist schwäbisch, habe ich von einem Schwabensohn 1988 gelernt. BFF inzwischen.

    Heute habe ich gelernt, dass ein riesiger Konzertkartenvertreiber erfasste überzählige Gutscheine im Bezahlvorgang nicht im Kundenkonto gutschreibt, sondern den überzahllten Betrag (100 Euro Gutscheine, 82 Euro Kartenpreis) frisst. Bitte lass den Abend 50 Euro pro Person wert sein.

    Konzertbilder guckt keiner je wieder an … kann man sich schenken.

    Ein schlechtes Konzert hat mich eine Brille gekostet. Verloren aus dem Ausschnitt. Schade. Ich mochte die.

    Einen schönen Abend wünscht dir
    Ines

    1. Das ist ja mal richtig 🤬 – Konzertkarten für 50 Euro wären schon ein echtes Schnäppchen. Bei etwas größeren Events muss man eher mit 70-80 rechnen und die Lieblingsband ruft nun 130 Euro für den Stehplatz auf. Und das natürlich mal 2, denn der Mann will mit. Das ist es mir dann nicht mehr wert.
      Das mit der Brille ist ja auch wirklich ärgerlich. Ein Grund mehr, bei den Kontaktlinsen zu bleiben. Ist ja nur selten.
      Liebe Grüße
      Vanessa

  4. Guten Morgen, oh ja Konzerte! Schon das Lesen stresst mich fast. Ich mag auch klein und am liebsten Open Air bei gutem Wetter. Und ich möchte nicht weit dafür fahren müssen. 🤭 Mehr als 50 Euro sollte es auch nicht kosten. Du siehst, ich komme wohl nicht mehr auf ein Konzert.😅
    Bei einer Band schaue ich immer, ob die in die Nähe kommen. Die kommen aber seltener in die Nähe, oder nicht Open Air. tja. macht nix. Ist nicht mehr wie früher, da gehts mir wie Dir.
    Fotos mach ich paar, aber wenig. Schreibe dann einen Post und dann guck ich die eh nicht mehr an, die können dann weg. ☺️
    Ich wünsche Dir einen schönen Tag, liebe Grüße Tina

    1. Oh ja, Open Air bei gutem Wetter hat was. Sehr schön fand ich auch ein Festival in einem Eisstadion – Open Air mit Schatten, das war perfekt. Allzu weit fahren wir auch nicht. Und unter der Woche auch nur bei ganz besonderen Bands. Man hat halt so seine Ansprüche 😁. Die guten Konzerte bleiben auch ohne Fotos unvergessen 🤘🤘🤘
      Laute Grüße
      Vanessa

  5. Alleine daran, dass man verstärkt auf Touren zu Albenjubiläen geht, merkt man schon, dass man älter wird… und so freue ich mich in diesem Sommer auf Konzerte von Pulp (1990er!) und Jet (2000er!). Und ja, ein gutes Foto pro Konzert hätte ich schon gerne. Mit Videos kann ich allerdings auch wenig anfangen. Ich meine, wer schaut sich das denn später überhaupt noch an?

    1. Vielleicht sind die Videos die späte Rache für langatmige Diaabende der Verwandten. Die bekommen das nun alles aufs Smartphone geschickt. Ein gutes Foto klingt erstrebenswert – vielleicht denke ich das nächste Mal wieder dran.

  6. Vor etlichen Jahren lass sich mal den Spruch: „Den verschwommenen Rand rund um das Smartphone nennt man Leben.“ – Das finde ich passend, Ich lösche die meisten Fotos irgendwann sowieso wieder, daher lohnt es sich nicht, dass ich ständig und überall fotografiere. Ok, ich gehöre zur Boomergeneration, früher war die spannendste Urlaubsfrage: Nehme ich für den Fotoapparat einen 24er-Film oder einen 36er-Film? Ich habe meistens den 24er genommen, damit es nicht so lange dauert, bis ich den voll geknipst habe und ausbelichten lassen kann. 😂

    1. Ich hatte immer den 36er – den voll zu bekommen, war nie ein Problem. Allerdings bin ich auch schon mit zurückgespultem Film in den Urlaub gefahren und hab dann fröhlich ins Leere geknipst. Haben wir am Ende bemerkt und noch ganz schnell eine große Ladung Postkarten als Ersatz gekauft – Postkarten kennt man heute leider auch kaum noch.🙁

    2. 24er oder 36er Film und schwarz-weiß oder Farbe, war bei uns die Frage. Meist ist es der 24er schwarz weiß geworden, weil Farbabzüge fast unbezahlbar waren. Es waren dann wenige Fotos, die die wirklich wichtigen Momente festgehalten haben.
      Heute knippst man mit dem Handy. Aber ich lösche auch vieles wieder. Fotos von der Familie sortiere ich und hebe nur die schönsten auf.
      Von Urlaubsfotos mache ich ein Album. Der Rest wird gelöscht. Digital schauen wie die nie mehr an – so ein Album kommt öfter mal aus dem Regal.

      1. Hier ist es gerade andersrum – digital laufen die Bilder als Hintergrund, wenn wir zu zweit auf ein Bierchen zusammensitzen (inkl. passender Musik 🤘😁). Fotoalben habe ich gar keine mehr.

  7. Ich gehe praktisch nie auf Konzerte, war aber im Februar bei Grönemeyer (genial!) und kann bestätigen, dass ich auf dem Handy der vor mir sitzenden Leute besser sehen konnte als mit meinen eigenen Augen 😄. Hatte nicht die richtige Brille dabei…
    Öfter als auf Konzerten war ich in meinem Leben in Museen. Ich bin immer wieder fasziniert, dass Leute Kunst fotografieren und weitergehen statt sich die Dinge in Ruhe und intensiv anzusehen. Gucken sich die Leute tatsächlich zuhause nochmal einen verwackelten Rubens an? In jedem Kunstband finden sich bessere Abbildungen.
    Letztes Jahr konnte ich eine Dienstreise mit einem Besuch in der Carlsberg Glyptothek in Kopenhagen verbinden. Vom ersten Raum mit den Porträts habe ich ein Foto gemacht (ein „Guck mal, wo ich gerade bin“- Foto), und dann bin ich einfach „nur“ herumgewandert und habe mir die Porträts angesehen. Kein Handy-Bild kann wirklich den feinen Glanz des Mamors einfangen oder die handwerklichen Details. Es war herrlich!
    Ach, falls du mal nach Hildesheim kommst: Ich bin die, die in der Fußgängerzone in den Himmel starrt und einen Wanderfalken beobachtet, während Leute vorbeilaufen und stumpf aufs Handy gucken.

    1. Das erinnert mich an die Klassenfahrt, als wir im Louvre die Mona Lisa anschauen konnten. Bzw. man hat eigentlich nur eine dicke Traube fotografierender Menschen vor einer 10 cm dicken Scheibe Panzerglas gesehen. In der Staatsgalerie neulich waren erfreulich wenige mit ihrem Handy beschäftigt. Ich glaube, so langsam entwickelt sich ein Bewusstsein dafür und viele Menschen lassen es wieder vermehrt in der Tasche um die Realität wieder direkt zu erleben.
      Hildesheim scheint mir ein gefährliches Pflaster. Entweder wird man von Leuten, die auf ihr Handy starren umgerannt. Oder von Leuten, die in die Luft gucken 😉😄

  8. Wart’s ab, wenn Du erst die Einkaufsartikel fotografierst, um sie auf dem Bildschirm größer anzeigen zu lassen, weil Du beim Einkaufen Deine Brille vergessen hast. 😊

    1. Das macht mein Mann mit Kleingedrucktem auch – außer, er hat mich als Lesehilfe zur Hand. In der Regel trage ich ja keine Kontaktlinsen und dann ist keine noch so kleine Schrift vor mir sicher.

  9. Mir geht das Getue mit den Handys auf Konzerten auch ziemlich auf den Sender. Wozu gehen die Leute dahin? Zum knipsen oder zum feiern?
    Was die Ticketpreise angeht, da verweigere ich mich inzwischen. Hatte vor einiger Zeit mal Tickets für Iron Maiden gesucht. Ab 140 € aufwärts. Sind die bescheuert? Zum Glück gibt es ja gute Alternativen. Sondaschule zum Beispiel. Die rufen nur nen Fuffi auf. Auch wenn ich dann dafür in die verbotene Stadt muss. Da kann ich gut mit leben.
    Und was das Kucken angeht. Es gibt doch diese lustigen Sportbrillen mit dem Gummiband. Die garantieren auch beim heftigsten Moshpit Durchblick. 😂😂😂

    1. Die kleinen Konzerte sind ja oft auch viel spaßiger und gemütlicher. Für den Lieblingsmann wäre ich glatt mal zu Iron Maiden gegangen aber bei den Preisen investieren wir das Geld lieber in Urlaub. Da ist dann auch das eine oder andere kleinere Konzert noch drin. Und nein, ein Gummiband – soweit kommt’s noch 🤓. Im Moshpit braucht man keinen Durchblick 🤘

  10. Ich gebe dir absolut recht, was das Fotografieren angeht. Auch wenn ich es bei Coldplay selbst praktiziert habe (fürs Tochterkind natürlich)
    Aber man sieht und genießt mehr ohne Smartphone.
    Und ja, man findet sich wieder, früher hat man dafür einfach einen Treffpunkt ausgelotet.

    Du machst das schon richtig und Alterssichtigkeit ist kein Makel, heißt ja WEITsicht 😂

    Eine Bekannte hatte mal ein Hotelzimmerkonzert, das muss irre gewesen sein
    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Ich war zwar schon in sehr kleinen Locations aber ein Hotelzimmer ist schon eine Hausnummer – da sitzt man ja quasi mit am Schlagzeug 😯. Das mit dem Treffpunkt klappt wunderbar, wenn sich beide dran halten… Ich glaube, da hat jemand einfach die Aussicht von der seitlichen Tribüne genossen 😄
      Liebe Grüße
      Vanessa

  11. Das Bild, das du hier zeichnest – Mann irgendwo im Konzertgewühl verschwunden, du mit Kontaktlinsen, aber ohne lesbare Schrift, umgeben von menschlichen Taschenlampen – ist so herrlich vertraut, dass ich kurz nachschauen musste, ob wir nicht heimlich dasselbe Leben führen.

    Dieses Paradox hat mich schon länger beschäftigt: Je mehr technische Möglichkeiten wir haben, einen Moment festzuhalten, desto weniger scheinen wir ihn tatsächlich zu erleben. Das Handy wird zur Glasscheibe, durch die der Augenblick betrachtet wird – ein bisschen wie bei einem Aquarium, nur dass man selbst der Fisch ist und es nicht merkt. Ich habe das aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet, als ich über die seltsame Gewohnheit geschrieben habe, Erlebnisse durch zu viel Vorabinformation zu neutralisieren: Filmgenuss ohne Spoiler (Link ist hinterlegt bei meinem Namen) – im Grunde dasselbe Phänomen, nur dass das Konzert nicht gespoilert, sondern einfach live weggefilmt wird.

    Und die Kartenpreise – ja. Ab einem gewissen Betrag tritt an die Stelle der Vorfreude eine stille Kosten-Nutzen-Abwägung, die das Herz eigentlich gar nicht anstellen wollte. Dein Fazit mit den Tauchgängen ist dabei von entwaffnender Konsequenz.

    Danke für diesen Beitrag – und fürs Nicht-Fotografieren. 📷

    1. Oje, offenbar finden sich viele Blinde im Konzertgewühl nicht – und das im Handyzeitalter. Da verlieren die Geräte ja zumindest auf Konzerten ihre Daseinsberechtigung.
      Das Phänomen mit dem Erleben durchs Kameraobjektiv kennt man ja schon länger. Ich kann mich noch gut an die Reisebusse voller chinesischer Touristen erinnern, die nur kurz für ein Foto ausgestiegen und dann gleich weitergefahren sind. Das habe ich schon als Kind oft irritiert beobachtet. Vielleicht ist das „richtige“ Erleben auch manchmal ein Luxus, den man sich nur leisten kann, wenn man genug Urlaubstage /Zeit hat. Sonst bleibt einem halt nur der schnelle Klick fürs Erinnerungsalbum. Mit dem ständig gezückten Smartphone ist das nur noch extremer geworden. Dabei hat die Wissenschaft schon festgestellt, dass man die Dinge ohne Kamera dazwischen „mehr erlebt“. Mit der Info im Hinterkopf fällt das Nicht-Fotografieren gar nicht so schwer.

  12. Ist das nicht eine ganz grundsätzliche Frage? Für mich schon. Bin ich im Moment, im Jetzt, ganz dabei, interessiert mich das Handy nicht die Bohne. In einem ruhigen Moment mache ich *ein* Photo – für den Bericht im Blog. 🙂
    Inzwischen sind mir die meisten Konzerte auch einfach zu teuer. Kann mich da aber auch gut zurücklehnen – fast alle Bands, die ich schätze, habe ich irgendwann einmal live gesehen, und die Erinnerungen bleiben mir.

    Mit den Schnorchelgängen auf den Malediven ging es mir wie dir – lieber sehen, wirklich sehen, keine Fummelei mit der Unterwasserkamera. Der Mann war da anders, der ist allerdings auch superroutiniert mit der Olympus. Das hat ihn auch schon in Schwierigkeiten gebracht: vor lauter Filmerei vom neugierigen Ammenhai in Bedrängnis gebracht – Fels im Rücken ist Fels im Rücken – gab der Hai die Kobra, so nahe, daß die Kamera fast kapitulierte. Es entstand eine absolut denkwürdige, aber nicht ganz scharfe Aufnahme, und der Mann hatte aus gutem Grund reichlich Puls.

    Manchmal wünsche ich mir, ich könnte die Bilder in meinem Kopf an andere Hirne überspielen – die Bilder bleiben. Wieder einmal mit Haien schwimmen, das wäre was!

    1. Beim Tauchen schieße ich auch viel aus der Hüfte. Mit einer handlichen Kompaktkamera geht das. Eine professionelle Unterwasser-Fotoausrüstung kann und will ich mir gar nicht leisten (da könnte ich viele überteuerte Konzerte für besuchen…). Allerdings ist mein Anspruch auch nicht so riesig. Die Bilder sind ja nur für uns und mal abgesehen davon muss ich auch nicht alles tausendfach fotografieren. Irgendwann hat man so viele Feuerfische, Muränen, Rochen, Schnecken,… geknipst, dass man nur noch ein paar Erinnerungsbilder macht. Und manchmal mache ich ein Foto, wenn ein Guide uns extra auf etwas hingewiesen hat (Schnecke Nr. 372) und ganz enttäuscht guckt, wenn es uns nicht mehr interessiert 😄
      Einen Hai würde ich auch gerne mal wieder sehen und den Traum vom Mondfisch (ausgewachsen natürlich) habe ich noch nicht ganz aufgegeben.

  13. Ich muss gestehen, dass ich bei Konzerzen manchmal mein Handy zücke. Aber nur kurz. Die Aufnahmen sind in der Regel grottenschlecht. Mal ganz abgesehen davon, dass es nicht immer erlaubt ist. Wird manchmal sogar vorab gesagt.

    Das Problem mit den Kontaktlinsen + Lesebereich kenne ich. Als ich die Linsen dann nicht mehr vertragen habe entschied ich mich für eine Gleitsichtbrille. Vorher brauchte ich zusätzlich zu den Linsen eine Lesebrille.

    Liebe Grüße
    Sabine

    1. Ich glaube, die meisten Veranstalter haben mittlerweile resigniert. Verbote erlebe ich kaum noch, bei manchen Konzerten und Aufführungen würde es aber auch wirklich sehr stören. Kontaktlinsen nehme ich im Alltag gar nicht. Da ist die Brille einfacher zu handhaben und bei der Bildschirmarbeit schnell abgelegt. Beides zusammen kommt mir irgendwie falsch vor 🤔
      Liebe Grüße
      Vanessa

  14. Grundsätzlich finde ich dieses Bedürfnis heutzutage, alles und jedes immer gleich fotografieren zu müssen, und die Allgegenwart gezückter Natels einfach grässlich. Wenn ich es mir recht überlege, dann packe ich unsere alte Digitalspiegelreflex praktisch nur an, wenn ich Bilder für den Blog schiessen möchte. Und mein Natel eignet sich eh‘ nicht wirklich fürs Fotografieren, also lasse ich es gleich.
    Wann war ich auf dem letzten „richtigen“ Konzert? Keine Ahnung. Das müssen Jahrzehnte her sein. Als junger Hüpfer war ich oft unterwegs zu Konzerten, am liebsten auf meinem Motorrad. In bester Erinnerung geblieben ist mir das grosse Openair im Basler St.Jakob-Stadion. Das ging dann von Uriah Heep über Supertramp und U2 zu Joe Cocker und the Alarm. Grossartig wars, und damals auch noch erschwinglich. (Muss so gewesen sein, denn ich hatte nie wirklich Geld….). Heutzutage wüsste ich gar nicht so recht, wessen Konzert ich denn besuchen wollen würde. Die guten alten Bands und Stars gibts ja entweder gar nicht mehr, oder ihr Tätigkeitsradius erreicht unser Ländli nicht. Also schwelge ich in Erinnerung, das tuts auch. 😁
    Liebe Grüsse!

    1. Das geht mir ähnlich. Manches muss man echt nicht knipsen aber irgendwie machen wir im Urlaub dann doch alle (schon immer) noch mindestens ein Foto vom Sonnenuntergang 😄. Auch bei schön angerichtetem Essen kann ich es verstehen. Mögen muss ich es trotzdem nicht. Und weil es mir zu doof ist, warte ich auch nicht, bis der Fotograf sein Essen ausgiebig von allen Seiten porträtiert und gepostet hat.
      Das Open Air klingt nach einem denkwürdigen Event! So manches bleibt eben auch ohne Bild im Kopf. Und ja – die Konzerte und Festivals früher waren im Gegensatz zu heute echte Schnäppchen. Etwa hundert Mark für ein dreitägiges Festival und ich glaube, Zelten war da schon mit dabei. Und das bei einem Lineup, das sich echt sehen lassen konnte mit Headlinern wie Metallica. Die sind heute wahrscheinlich unbezahlbar, selbst wenn sie sich mal hier her verirren sollten. Da ist die Erinnerung aber vielleicht auch besser – wir werden ja alle nicht jünger 😉
      Liebe Grüße!

  15. Hallo Vanessa,
    alt werden ist nichts für Feiglinge, heißt es und da ist was dran …
    Wie schön war es, als ich nur eine Lesebrille brauchte. Heute wechsle ich zwischen Gleitsicht und Bildschirmbrille, aber dieses ständige Hin und Her ist lästig. Vor allem, wenn ich versehentlich mal durchs Haus laufe, ohne zu wechseln und alles ab einem bestimmten Punkt verschwimmt .
    Liebe Grüße und frohe Ostern
    Susanna

    1. So geht es mir vielleicht auch irgendwann 😬. Ich bin ja so ein Brillenmuffel und würde mich dann wahrscheinlich ständig halbblind durchs Haus tasten. Aber hey – das spart auch Energie, weil man dann Nachts wenn man raus muss, kein Licht mehr anmachen muss 😉.
      Liebe Grüße und ein schönes Osterwochenende!

  16. Man muss ja nicht von allem und überall Fotos machen. Unser letztes Konzert war Nena, da war es auch fürchterlich mit den Handys. Mei, wenn ich an all die Fotos von früher denke. Film mit 36 Bildern mit Glück waren 2 gute dabei.
    Oh ja Kurzsichtig und dann wird man älter und die Weitsichtigkeit kommt. Bin ja kurzsichtig mit Brille fürs Büro hatte ich mir mal eine Arbeitsplatzbrille machen lassen. Ab und an brauch ich die. Von Weitsichtigkeit hab ich jetzt noch nichts bemerkt. Mal sehen dieses Jahr brauch ich ne neue Brille bin dann gespannt was der Optiker findet.
    LG
    Ursula
    PS: Schönes Osterwochenende wird ja wohl eher kuschelig als Freiluftostern

    1. Ich wollte mir mal durchrechnen, ob eine Laserbehandlung nicht sogar langfristig günstiger wäre, als laufend neue Brillen zu kaufen. Hätte aber Horror vor der Behandlung 🫣, auch wenn mir nur Positives berichtet wird. Mal sehen, wie es sich entwickelt.
      Dir ebenfalls ein schönes Osterwochenende. Kuschelig ist gut 😊

  17. Hey,
    da könnte ich jetzt so viel schreiben. Auf Konzerten trage ich tatsächlich eine Nietengürteltasche wo alles reinpasst und wenn man die klauen möchte, muss man wirklich gut sein.
    Mir fällt es auch schwer Nachrichten zu schreiben, so ohne Brille. Filmen und Fotos mache ich trotz alledem. Metal ist nicht gleich Metal 🙂 – mag ich. Auf heftigeren Konzerten lasse ich das Handy fast nur in der Tasche, ist mir zu gefährlich, dass es auf dem Boden landet.
    Alles in allem, das Ding ist dabei, die Lesebrille nicht, trotzdem bin ich so zufrieden mit den Bildern und naja, Nachrichten bleiben in vielen Situationen einfach aus :).
    Liebe Grüße!

    1. Wenn man denkt, dass wir früher einfach gar nicht erreichbar waren… Und heute ist es schon eine Sache, wenn man mal für einen Abend lang nichts vom Handy wissen will 😄. Mit Gürteltaschen konnte ich mich nie so richtig anfreunden obwohl sie schon echt praktisch sind. Am liebsten bin ich immer noch taschenlos unterwegs.
      Liebe Grüße!

  18. Hallo Vanessa,

    Handyaufnahmen bei Konzerten verstehe ich nicht. Statt im Moment zu leben, fokussieren sich viele auf kaum brauchbare Daueraufnahmen, die im Anschluss das Gefühl des Konzerts ohnehin nicht wiedergeben können: Wegen der Weitwinkeloptiken im Handy erkennt man die Personen auf der Bühne nicht. Die Lichtverhältnisse überforden die technischen Kapazitäten von Handys völlig. Tonaufnahmen übersteuern komplett. Wozu das Ganze also?

    Allerdings verhält es sich mit diesen Verhaltensweisen des Menschen wie mit vielen anderen auch: Das geht nicht mehr weg. Man kann es nur selbst anders machen.

    Sehr wohl verstehe ich das Bedürfnis eines persönlichen Andenkens. Diesbezüglich mache ich gern ein Foto vor oder nach dem Konzert – idealerweise mit den Personen, mit denen man gemeinsam das Konzert erlebt hat. Davon hat man mehr und stört gleichzeitig nicht die Konzerterfahrung anderer.

    Lieber Gruß
    Philipp

    1. Hallo Philipp,
      an dem Foto zu Anfang oder Ende arbeiten wir noch. In etwa zwei von fünf Fällen klappt das schon mit dem Erinnerungsfoto. Früher hatte ich mal alle Konzertkarten aufgehoben aber das lohnt bei den digitalen Varianten nicht. Und Plakate gibt es hier am Ende der Welt eh nicht – da sah mein Zimmer früher ganz anders aus 😄.
      Ich mache Dinge ja gerne mal anders, bin aber sicher nicht vor allen allgemein akzeptierten schlechten Angewohnheiten gefeit. Das geht nicht mehr weg 🫣
      Liebe Grüße!

  19. Bei so Mega-Events wie Bruce Springsteen will ich halt schon was zum „Beweis“ vorlegen können, dass ich mir die sauteuren Karten überhaupt hab leisten können… hihi. Eigentlich der Wahnsinn, so viel Geld für eine Karte auszugeben, aber je oller man selbst und demnach auch seine Idole von früher, desto eher könnte es ja auch das letzte Konzert gewesen sein… :-((( Und ja, es stimmt, die Augen werden schlechter, und meistens sieht man die Band als kleine verschwommene Punkte auf der Bühne – und ertappt sich, wie man die ganze Zeit auf die Leinwände glotzt. Hachja. Daher mag ich im Grunde kleinere Konzerte viel lieber. Da muss ich auch nicht so viele Fotos machen und kann die Atmosphäre besser genießen! :-)))
    Liebe Grüße!

    1. Das mit dem letzten Konzert hat sich mein Onkel bei den Rolling Stones auch gesagt… und wieder gesagt… und wieder gesagt… 😄
      Ich denke mir immer, wenn ich nur auf die Leinwand schaue, kann ich es auch vorm Fernsehr ansehen. Klar ist die Atmosphäre eine andere aber ein bisschen was will ich von „da vorne“ schon mitbekommen. Das ist bei kleineren Events auch oft besser 😊
      Liebe Grüße!

  20. Liebe Vanessa,
    da stimme ich dir zu – mit kleinen Abstrichen. Ich kann gut verstehen, dass man Momente konservieren möchte. Später nochmals die Atmosphäre nachempfinden, sich klarmachen, dass man wirklich dabei war und sich darüber freuen.
    Ich halte es so, dass ich vorm Konzert immer Erinnerungsfotos mit den Konzertbuddies schieße und zwischendurch kurze Sequenzen aufzeichne oder auch fotografiere.
    Meist aber sind die Hände in der Luft und beschäftigt; die Füße in ständiger Bewegung im Takt (oder knapp daran vorbei). Ich lache, weine, schreie, singe, tanze – zu fühlen, dass ich tatsächlich im Jetzt auf diesem Konzert bin, ist für mich weitaus wichtiger, als zu filmen, dass ich dabei bin. Analoges Leben kriegt man nicht aus der Konserve.
    Wenn andere das machen – ist es mir weitestgehend egal (es sei denn, sie versperren mir die Sicht…)

    Aber weißt du, welche Spezies ich wirklich hasse?
    Die Konzertschwätzer!
    Typen, die zu einer Veranstaltung gehen, im Zweifelsfall noch ordentlich dafür latzen und die dann ununterbrochen labern. Neben mir. Den größten Scheiß meistens.
    Die sollen von mir aus alle zuhause auf ihren Sofas bleiben und sich Videos reinziehen und dabei können sie sich prächtig unterhalten, ohne den Leuten auf den Sack zu gehen, die die Musik wirklich hören wollen. Mit etwas Geschick bekommt man dabei auch social media taugliche Bilder zum Angeben, ich sag‘s nur.
    Ganz abgesehen davon finde ich es unhöflich dem jeweiligen Künstler gegenüber. Und noch ganz abgesehener gehen mir mit meinem norddeutschen Temperament die Dauerdummschwätzer ohnehin auf die Ketten.

    Du merkst – allein der Gedanke an diese Spezies erzürnt mich schon…

    … daher schnell freundliche Grüße und viel Freude bei der nächsten Veranstaltung.
    Marie

    1. Konzertschwätzer erlebe ich selten. Bei den Konzerten, die wir besuchen, ist es meist viel zu laut 🤘. Da haben solche Vögel keine Chance. Ich fand aber die Mitklatscher bei den Japanischen Trommlern furchtbar. Die haben glatt das halbe Konzert übertönt. Aber lassen wir das – das erzürnt mich sonst auch 🤬.
      LG
      Vanessa

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