Reisen

Was stimmt mit manchen Menschen nicht?

Manche Unterhaltungen lassen einen sprachlos zurück. So geschehen vor einigen Jahren, als auf einer Feier eine Person erzählte, dass sie im Urlaub niemals Strandtücher mitnehmen würde. Die würden doch viel zu viel Platz im Koffer beanspruchen und in den Touristenregionen bekäme man die in Form billiger Souvenirs eh hinterhergeworfen. Also kauft sie die in jedem Urlaub neu und entsorgt sie noch am Urlaubsort am Ende wieder. Leider bin ich weder schlagfertig noch gemein, sonst hätte ich ihre Hirnleistung vor versammelter Gästeschar in Frage gestellt. Und natürlich will man dem Geburtstagskind auch nicht die Feier verderben.

Das Bewusstsein für den eigenen Müllberg scheint bei manchen extrem verkümmert zu sein. So auch bei einem ehemaligen Kollegen, der meinte, er werfe über die Hälfte seiner Lebensmitteleinkäufe am Ende weg. Für mich unvorstellbar – Essen wirft man doch nicht weg. Man kauft einfach nur so viel, wie man auch verbraucht (ich schreibe bewusst nicht „benötigt“, überleben könnten wir mit weit weniger).

Nun lese ich einen Artikel, in dem Pächter von Berghütten darüber klagen, dass einige Gäste ihren Müll dort abladen. Klingt komisch, aber dazu muss man sich nur mal vor Augen halten, an welche Infrastruktur so eine Hütte mitten im Nirgendwo angeschlossen ist. In der Regel nämlich an gar keine. Wasser muss mühsam hinaufgeschafft werden, ebenso Lebensmittel. Auch Energie aus Strom, Gas und/oder Brennholz sind keine Selbstverständlichkeit. Und schon gar nicht fährt die Müllabfuhr da vorbei – eigentlich keine Überraschung. Und trotzdem scheinen einige uneinsichtige Gäste nicht in der Lage zu sein, ihren eigenen Müll wieder mitzunehmen und ignorieren entsprechende Hinweisschilder nachdrücklich. Jedes Gramm weniger im Wanderrucksack zählt, da ist kein Platz für Rücksicht und Respekt. Wenn nur das eigene Ego so wenig wiegen würde wie der inhaltsoptimierte Rucksack.

Da fragt man sich als Außenstehende unweigerlich, wie denn in der Vorstellung der Leute der ganze Müll wieder vom Berg runterkommen soll, den sie da hoch geschleppt haben. Vom Mount Everest sind ähnliche Bilder bekannt. Längst ist der Aufstieg auf den bekannten Berg zu einer Freizeitbeschäftigung für betuchte Möchtegern-Bergsteiger geworden. Menschen im Besitz eines voll funktionstüchtigen Gehirnes gehen davon aus, dass nur ein völlig verblödeter Idiot auf die Idee käme, da untrainiert hochzuspazieren. Doch das ist längst nur noch eine Frage des vorhandenen Geldes in Kombination mit schambefreitem Selbstdarstellungsdrang. Man trägt sein Gepäck doch nicht selbst und wenn wir schon dabei sind, erst recht nicht den benötigten Sauerstoff – die dünne Luft da oben ist nämlich nichts für passionierte Gipfeltouristen. Den Sherpas gönnt man die Einnahmequelle, aber was da an Hinterlassenschaften am Ende in der Natur verbleibt, ist erschreckend.

Am anderen Ende der Welt bzw. einige viele Höhenmeter weniger – also etwas auf Niveau des Meeresspiegels – sieht es nicht besser aus. Eine einsame tropische Insel zeichnet sich in der Regel nicht ausgerechnet durch eine zweiwöchentliche Müllabfuhr aus – von Mülltrennung ganz zu schweigen. Auf den Malediven hat man eine ganze Insel geopfert, damit in den Touristenressorts der Schein vom Tropenparadies aufrechterhalten werden kann. Wer sich den Luxus einer solchen Reise leisten kann, sollte doch auch in der Lage sein, seinen eigenen Müll am Ende einfach wieder mit heimzunehmen. Dazu gehört die leere Zahnpastatube ebenso, wie das Strandtuch. Ob ich mir die Malediven leisten kann, scheitert sicher nicht am Freigepäck und mal abgesehen davon braucht man da auch keine zwei Schrankkoffer voller Kleidung.

Aber vielleicht hilft ein Blick aus dem Fenster des Flugzeuges auf die qualmende Müllinsel, um das eigene Bewusstsein nochmal zu schärfen. Ich bewundere Menschen, die es schaffen, so gut wie gar keinen Müll zu produzieren. So ganz glaubwürdig finde ich es ja nicht – die Lieferung im Unverpacktladen war auch mal verpackt und auch Waren im Restaurant kamen da bestimmt nicht nackig an. Trotzdem kann man sich das als Vorbild nehmen und unnötigen Müll vermeiden, wo es nur geht. Vielleicht sollte ich beim nächsten Zahnarztbesuch auch gleich mal meine eigene Tasse mitbringen, um den Plastikbecher zum Spülen einzusparen – alleine schon, um das ungläubige Gesicht der Zahnärztin zu sehen. Ganz so konsequent bin ich allerdings nicht und auf notwendige Medikamente zu verzichten, bloß weil diese in einer Blisterverpackung daherkommen, oder den einst sterilen Wundverband zur Wiederverwendung in die Waschmaschine zu stecken, wäre schon echt extrem.

Was sich an Müll nicht vermeiden lässt, sollte aber zumindest nicht in der freien Natur enden. Und von einer Müllinsel ist der Weg ins Meer leider nicht weit. Selbst an die tiefste Stelle des Ozeans ist unser Abfall schon vorgedrungen. Der Großteil des Mülls im Meer wurde sicher nicht von achtlosen Strandtouristen direkt ins Meer geworfen. Allerdings gelangt der Müll eben auch durch Wind oder Regen auf verschiedensten Wegen am Ende oft ins Meer. Wer also der Meinung ist, auf einem Autobahnrastplatz trotz fehlender Mülleimer seine Hinterlassenschaften in der Umwelt liegen lassen zu müssen – frei nach dem Motto „irgendwer wird es schon wegräumen und DIE könnten ja auch Mülleimer aufstellen“ – ist mitverantwortlich an der immer größer werdenden Verschmutzung der Weltmeere.

Die Verantwortung für den eigenen Müll endet für viele mit dem Moment der Entsorgung und ganz nach dem Motto „nach mir die Sinnflut“. Hauptsache, man selbst ist das Zeug los. Was danach damit geschieht, ist so manchem leider egal. Das geht von der illegal im Wald entsorgten Küchenzeile (haben wir tatsächlich schon „gefunden“) bis zur alltäglich weggeschnippten Kippe. Das machen doch alle so, dann muss es ja in Ordnung sein. Nein, ist es nicht.

Eine sehr gute Freundin hat sich da schon einen bösen Rüffel eingefangen – zum Glück verstehen wir uns gut und sie ist so kritikfähig wie einsichtig. Meine Reaktion, als sie ihre Kippe im Gully entsorgt hat, kam wenig feinfühlig direkt aus dem Rückenmark. Von meinem Mann (leider Raucher) bin ich es gewohnt, dass er am Ende vorsichtig die Asche aus dem Filter dreht und diesen dann einsteckt. Niemals würde er seine ausgerauchten Zigaretten einfach auf den Boden werfen. Seinem Bruder hingegen hat er das leider noch nicht abgewöhnen können. Wie schädlich das für die Umwelt ist, darüber gehen die Informationen weit auseinander. Dass es schädlich ist, darüber braucht man aber sicher nicht diskutieren.

„Eine einzige Zigarette kann einer Studie zufolge 1000 Liter Wasser verunreinigen.“

Trinkwasser vergiftet: So stark belasten Zigaretten die Umwelt – ntv.de

„So kann eine einzige Kippe mit ihrem Mix aus Toxinen zwischen 40 und 60 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen“

Zigarettenstummel in der Umwelt – Naturschutzbund Österreich

Jeder einzelne Liter ist unnötig – egal, ob es nun 40 oder 1000 sind. Und auch, wenn manch einer das als Bagatelle abtun wird, gilt es hierzulande mindestens als Ordnungswidrigkeit. Leider werden die Verursacher in den seltensten Fällen zur Rechenschaft gezogen, sonst würde der eine oder andere angesichts teils saftiger Bußgelder sicher seine Lehren daraus ziehen. Da wünscht man sich als ‚braver Bürger‘ teils schon ein härteres Durchgreifen, wie es teils in anderen Ländern die Regel ist.

Bleibt zu hoffen, dass mancherorts die Erkenntnis, dass eine vermüllte Landschaft nicht nur unschön, sondern auch wirtschaftsschädlich ist, in die Köpfe durchsickert. Mein einstmals anvisiertes Wunschziel Bali ist längst von der Liste der Traumziele geflogen. Denn meinen Urlaub möchte ich nicht an einem völlig vermüllten Strand verbringen und schon gar nicht will ich in einer Müllkippe tauchen. Wenn die Touristen ausbleiben, ändert sich vielleicht etwas. Allerdings ist es auch an uns allen, wenn wir als Touristen unterwegs sind, dass wir unsere Spuren so minimal wie möglich halten und vor allem den nicht vermeidbaren Müll im Zweifel eben wieder mit nach Hause nehmen. Hier mag das Abfallsystem vielleicht nicht perfekt sein, aber es ist unser Müll und dafür sollten wir Verantwortung übernehmen.

76 thoughts on “Was stimmt mit manchen Menschen nicht?

  1. Ich sehe das jedes Jahr im Wald, da gehen die Leute Pilze sammeln und haben Proviant für den Tag dabei. Und wenn die Körbe voll sind, dann wird von den Esspausen, einfach der Müll liegen gelassen. Ist mir auch zu hoch, hinschleppen können sie es doch auch, da kann es doch nicht so schwierig sein, seinen Müll wieder mitzunehmen. LG Romy

    1. So sehe ich das auch – man hinterlässt den Wald, wie man ihn vorgefunden hat. Da wir alles in Dosen dabei haben, wenn wir wandern, wäre es recht bald recht dünn mit Transportmitteln.
      LG
      Vanessa

  2. es war noch in B, als auf einer party – in einer wohnung gegenüber eines grossen stadtparks – das gespräch darauf kam, wie schlimm vermüllt die parks mittlerweile aussehen, müllbehälter quollen regelmässig über etc. (ca. 2008 – man möchte die heute garnicht sehen…). eine offensichtlich universitär ausgebildete, elegante dame meinte, dass sie ihren müll auch nie mit nachhause nähme nach dem picknick im park – wozu zahle sie schliesslich steuern….!!!!
    auch mir, eigentlich schlagfertig, verschlug es die worte.
    deine beispiele sind auch echt krass…… handtücher nach 2 wochen dumpen und sich dessen nochnichtmal schämen! gruselig.
    und ja – bali. schade drum. war mal ein paradies – nun eher die müllhölle.
    jedes frühjahr, wenn die winterhochwässer endgültig zurückgehen, sieht auch der strand der elbe kaum besser aus als manche tropeninsel. plastikflaschen und -verpackungen ohne ende. schüler, vereine und enthusiasten sammeln dann containerladungen müll ein, der lokale entsorger ist so freundlich sich drum zu kümmern. anhand der beschriftunge ist tatsächlich die herkunft aus tschechien auszumachen, wir sind nur 14 flusskm von der grenze entfernt – und in tschechien gibt es weder eine gelbe tonne noch pfand auf plastikflaschen oder getränkedosen, wenn wir dort sind, sind wir jedesmal geschockt, wenn alles in einen behälter gepfeffert wird, was wir vorher getrennt haben (in ferienquartieren bspw.).
    mülltrennung, geordnete entsorgung und vor allem müllvermeidung sind tatsächlich zivilisationsleistungen – einige zeitgenossen sind da leider noch auf mittelalterniveau.
    von den kriminellen machenschaften in sachen müll garnicht zu reden…….. neulich wieder doku gesehen. schlimm.
    xxx

    1. Naja, die angebliche Mülltrennung ist so eine Sache – ich glaube nicht, daß das Zeug tatsächlich getrennt und verwertet wird und der grüne Punkt ist auch nur eine Mogelpackung. Trotzdem gehört kein Müll in die Landschaft. Ich ärgere mich immer über Plastikflaschen. Hierzulande ist auf den Dingern, genauso wie auf den allgegenwärtigen Red-Bull-Dosen (verleiht Flügel, aber keinesfalls Denkleistung…), dieses dreieickige Logo, auf den exakt selben Dosen/Flaschen beispielsweise aus der Schweiz oder der Türkei oder von sonstwo ist das Logo nicht drauf – und damit kann man sie nicht abgeben. Dann liegen die irgendwo rum, obwohl Inhalt und Werkstoff identisch sind. *augenroll*

      1. Egal, ob Logo oder nicht – die Dinger gehören zumindest nicht in die Landschaft. Das mit dem Pfand hatte man ja genau deswegen eingeführt. Ein echtes Erfolgsmodell 😉

    2. Das mit den Steuern ist mir auch schon untergekommen. Aber das Argument dagegen ist einfach – wegen Leuten wir ihr sind die überhaupt so hoch. Jemand meinte auch mal, dass er damit ja Arbeitsplätze erhalten würde. Meine Güte, was für ein Heiliger – NICHT! Die Flussufer hier sehen fast durchgehend schlimm aus. Auch wenn ich keinen Vergleich habe, wie heftig das bei euch ist. Wasser ist einfach ein unschlagbar effektives Transportmittel. Schockierend finde ich auch Autobahnparkplätze. Und wenn man da nur selten ist, ist man halt auch nicht abgestumpft. Mich haut das jedes Mal aus den Latschen. Ich hätte da schon so meine Vorschläge, wie man manche Menschen von Mittelalterniveau ins Hier und Jetzt befördert…
      Liebe Grüße!

  3. Tja, leider wahr. Hier im Innenhof gibt es einen öffentlichen Spielplatz und der sieht manchmal aus… man sollte nicht meinen, dass da auch genügend Mülleimer rumstehen würden. Aber die Dreckspatzen gehen durch viele Bevölkerungsschichten. Das sind hirnlose Eltern, arrogante Jugendliche – da ist vieles dabei.

    Das Beispiel mit den Handtüchern wäre gar nicht so schlimm, wenn am Ende der Twist stehen würde, dass sie die dann vor Ort spenden würden. Kenne einige, die lassen teilweise ihre T-Shirts dann zum Beispiel im Hotel als Spende zurück.

    1. koloniales reisen im ganz grossen stil (das mit dem stil ist ironisch)
      …..weil die „armen eingeborenen“ ja sonst nix zum anziehen haben wollen sie dringend abgetragene tshirts von westlern…..
      vielleicht mal lieber den „urlaub“ WIRKLICH und vor ort bezahlen und dann noch angemessenes trinkgeld ans personal geben!

    2. Ich bin mir nicht so sicher, ob das vor Ort wirklich als Spende empfunden wird. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass unsere abgetragenen und verschwitzten Urlaubskleider noch Begeisterungsstürme auslösen. Schlimmer finde ich aber tatsächliche die „Dreckspatzen“, die nicht mal in der Lage sind, ihren Abfall bis zum Mülleimer zu tragen. Fast schon bemitleidenswert, wenn man mit so wenigen Gehirnzellen durchs Leben gehen muss.

  4. Ich denke, jeder, der ein funktionierendes Hirn hat, sollt mit gutem Beispiel voran gehen. Müll zu trennen, ist kein Hexenwerk. Die Infrastruktur dazu gibt es in Deutschland und dort, wo in manchen Urlaubsländern, in denen es sie nicht gibt, sollte man erst recht achtsam mit seinen Hinterlassenschaften umgehen. Der beste Müll ist der, der gar nicht erst entsteht.
    Wir haben ganz wenig Restmüll, weil ich entsprechen einkaufe. An Verpackungsmaterial haben wir hauptsächlich Milchtüten und Plastikbeutel von Reis, Hirse und Co. Das lässt sich hier kaum (wirtschaftlich) vermeiden. Lebensmittel-Müll geht gegen Null. Das sind dann ausgekochte Knochen oder so. 😅
    Flaschen sind meist Mehrweg, der Rest kommt in den Container. Papier fällt wenig an, weil wir keine Zeitung und keine Werbung bekommen. Kartons kommen eher selten ins Haus.
    Es geht.

    1. Das mit dem funktionierenden Hirn ist so eine Sache – damit sind offensichtlich nicht alle gleichermaßen gesegnet. Und ja, Vermeidung ist natürlich die beste Variante. Geht nicht immer und manchmal ist man hin und her gerissen zwischen Dingen, die man mag und deren Verpackung, die man nicht mag. Unsere Tonnen sind allerdings Einheitsgröße. Wenn die beim Abfuhrtermin nicht voll sind, haben wir immer ein bisschen Sorge, dass sie vom Winde verweht werden 😬.

  5. Manche Menschen sollten vielleicht einfach darauf verzichten, in den Urlaub zu fahren 😉 Oder sie sollten nur dahin fahren, wo man keine Handtücher für den Strand braucht… Ansonsten: Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!
    Und all diejenigen, die gern ihre Kippe in die Botanik werfen (und ich rauche selbst): Macht einfach mal vier Wochen Urlaub in Paris. Da ist eine weggeworfene Kippe richtig teuer und spätestens nach vier Wochen hat man gelernt, die Dinger im nächsten Mülleimer zu entsorgen. Und die passen da wirklich auf. Wäre vielleicht ein hübsches Modell für Deutschland?
    Ich habe viele Jahre lang, als ich noch direkt an der Elbe wohnte, jeden Sommer wöchentlich den Müll gesammelt, den die Strandbesucher dort liegen ließen. Und irgendwann, so nach zehn Jahren, hatte ich echt die Nase voll. Es wurde nie weniger, es wurde immer mehr. Das kriegt man nur gestoppt, wenn da richtig heftige Strafen drohen. Sonst wird das nie was, fürchte ich. Warum auch immer. Wo sind die alle groß geworden?
    Liebe Grüße
    Fran

    1. Du sagst es! Btw, da passt der Spruch „Herr schmeiß Hirn vom Himmel. Oder Steine. Steine gehen auch!“
      Solche Bußgelder würde ich mir hier auch wünschen. Aber noch wichtiger wäre die Nachverfolgung. Ich kann mir kaum vorstellen, dass weggeworfene Kippen hier geahndet werden.
      Das mit dem Müll sammeln, den andere achtlos in die Landschaft geworfen haben, mache ich nicht. Nicht, weil ich es nicht gut finde sondern, weil es mich unglaublich aggressiv macht. Da braucht es wirklich heftige Strafen, die den Verursachern auch wirklich weh tun. Wo die groß geworden sind, will ich lieber gar nicht wissen.
      Liebe Grüße
      Vanessa

  6. Von meiner ältesten Freundin habe ich mich 2025 getrennt, nachdem sie mir aus der zufällig herausgekommenen Reise auf die Malediven, die sie mir bewusst verschwiegen hatte, schrieb, dass es dort schon sehr schön sei, wenn man Flug-, Müll- und Konsumscham beiseite schöbe. O-Ton …

    Und auf der anderen Seite trennen ich selbst nur Restmüll, Papier und Glas. Ich stelle mir keine zwei Woche gelbe Säcke mit Müll in dem Keller bis zur Abholung. Gäbe es dafür einen Müllcontainer, würde ich es dort entsorgen. Dem steht die Eigentümergemeinschaft des Müllcontainerplatzes entgegen.

    1. Seltsame Freundin… man kann doch ehrlich miteinander sein?!
      Hier haben wir dieses Jahr sogar gelbe Tonnen bekommen. Jedes Haus, ob man will oder nicht. Wird langsam voll in der Einfahrt aber ich finde es trotzdem gut. Nicht dass wir die Tonne zu zweit je voll bekommen würden. Aber so ein dünner gelber Sack fliegt ja auch gerne mal durch die Gegend und dann verteilt sich der Müll ganz schnell in der Natur. Nur bei viel Wind machen sich bereitgestellte Tonnen gerne mal auf Wanderschaft, wenn sie zu leicht sind. Aber das ist Jammern auf echt extrem hohem Niveau.

  7. Auf den Malediven haben wir damals begonnen von Getränkedeckeln bis Geisternetz diversen Plastikkram einzusammeln auf unseren Schnorcheltouren. Die Insel hat ein echtes (sic!) Recyclingkonzept.
    Thilafushi wird, so entnahm ich einer Reportage vor einiger Zeit, deutlich verändert werden, eine Recyclinganlage, hieß es, sei im Bau. Der schwierige Teil ist allerdings – das bestätigen auch die Manager – die Schulung der Malediver. Bei meinem ersten Aufenthalt dort war das Bewusstsein in Sachen Müllproblematik nahe Null. Inzwischen gibt es auf allen Resort-Inseln entsprechende Schulungen für die Mitarbeiter, und da sehr viele Malediver im Tourismus arbeiten, wird sich also etwas ändern.

    Die Erziehung, mit der man in Europa aufwächst, mag auch eine Rolle spielen. Ich bin von Kindheit an darauf trainiert worden so wenig Müll wie möglich zu erzeugen, und niemals welchen wo-auch-immer zu hinterlassen. Hier auch ein Lob dem Taschenascher. Grins.

    Auch wichtig: Wissen. Ein Beispiel: Hat man für hauseigenen Schnäksen (vulgo: Katzen) ab und an Futter in 100g-Schächtelchen ist es wichtig die Deckel ganz von den Aluschalen zu trennen. Die Schalen sind Alu, die Deckel meist Verbundstoffe. Bleiben die zusammen, macht man es den Sortieranlagen schwer. Gleiches gilt für die Plastikschachteln, in die oft Fleisch verpackt wird. Überhaupt: Supermärkte. Lose ware nimmt zwar zu, macht aber nicht einmal 10% des Sortimentes aus. Leider kann es sich nicht jeder leisten nur in Unverpackt-Läden und Reformhäusern einzukaufen.

    Auch Hausverwaltungen könnten Einiges tun. Man erhöht uns eiskalt die Miete, dafür gibt es keinen Altglascontainer mehr und nur *eine* Biotonne für mehrere hundert Haushalte.

    Jene Leute, die nach dem Nach-mir-die-Sintflut-Prinzip leben, sind eine logische Folge einer Gesellschaft, in der nahezu alles nach dem Konsum- und Wachstumsprinzip ausgerichtet ist. Sowieso ein Irrwitz bei definitiv endlichen Ressourcen.

    Fazit in einem Satz: Es gibt noch viel zu tun.

    1. Als wir auf den Malediven waren, was die Welt zumindest dort noch heil und das Hotelpersonal wirklich gut geschult. Da haben einige Touristen noch was gelernt. Ich glaube, dort ist man sich sehr bewusst, wie wichtig saubere Strände für den Tourismus sind.
      Das mit der Trennung der verschiedenen Materialien sollte eigentlich mittlerweile bekannt sein. Auf manchen Verpackungen ist dafür sogar eine Anleitung aufgedruckt. Wobei ich, wenn möglich gerne auf Mehrweg-Alternativen setze. Bei Tierfutter wird das sicher schwierig. Meine Nager waren ja leicht mit Obst und Gemüse glücklich zu machen. Aber erzähl das mal einer Katze…
      Ein Altglascontainer und eine Biotonne sind jetzt nicht wirklich Argumente für eine höhere Miete?! Unglaublich! Da gibt es auch an dieser Stelle noch viel zu tun.

        1. So wählerisch, wie manche Katzen sind, ist das sicher nicht immer ganz einfach. Aber was tut man nicht alles für’s Tier. Katze ist eh Chef 😉

  8. Nachtrag: Was mir gerade noch einfiel, waren die Luftballons. Ob nun aus Kautschuk oder Kunststoff – läßt man die zur allgemeinen Gaudi steigen wie oft bei Hochzeiten oder Geburtstagen, landen sie früher oder später unweigerlich in den Meeren und Tiere verenden jämmerlich, wenn die im Magen landen. Das, bittesehr! ist der Spaß nicht wert.

    1. Bei den Luftballons bin ich auch immer wieder erstaunt, wie kurzsichtig die Leute sind. Was glauben sie denn, dass die Dinger sich in Luft auflösen?! Da red ich mir teilweise leider echt völlig umsonst den Mund fusselig. Man kann auch anders feiern.

  9. Persönlich bin ich Müllvermeidungsultra und weil ich kochen kann, wird jedes Lebensmittel verwertet.
    Als Österreicher möchte ich zur Diskussion beitragen, dass wir mit unserem „Gelber Sack“ System einer der bestfunktionierenden Allstoffverwertungsketten hatten bzw. noch reduziert haben. Jetzt haben wir für vieles, was früher für den gelben Sack bestimmt war, ein Pfandsystem. Die Folge sind Schlangen vor dem Pfandautomaten, wenn er denn funktioniert, Liquiditätsbelastung für kleine Einkommen und verzweifelte Senioren, die mit Pfandautomaten, Apps und Bons kämpfen. So mancher Fisch fängt vom Kopf an zu stinken.

    1. Oja, das klingt jetzt nicht unbedingt nach einer Verbesserung… Hier gibt man ja nur die Pfandflaschen ab und was manche Leute da hintragen ist beachtlich. Da man an denselben Automaten aber auch Mehrweg abgibt, ist es manchmal schon sehr nervig. Vor allem, wenn die Automaten mal wieder streiken. Hier gab es sogar mal eine Diskussion, dass man doch den Pfand an die Inflation anpassen müsste, da sich manche mit dem Sammeln von Lehrgut über Wasser halten. Wie war das mit dem Fisch…?

    1. Wen nicht?!
      Ich freue mich ja, wenn hier (trotz technischer Einschränkungen) so viel Resonanz kommt und diskutiert wird 😊. Vielleicht schaffe ich das ja mal auch mit einem erfreulicheren Thema.

  10. Für all solche Leute empfehle ich mal Urlaub in Singapur, wo weggeworfener Müll richtig teuer werden kann bzw. Umweltsünden schwer geahndet werden. Von Zigarettenkippen gar nicht zu reden, die gibt es ohnehin nicht, da Rauchen in der Öffentlichkeit verboten ist! :-))) Genau wie Kaugummi, verboten. Mit dem Ergebnis, dass der Stadtstaat so extrem sauber ist, wie ich es noch nie gesehen habe, nicht mal in München oder Stuttgart (die saubersten Städte Deutschlands).
    Scheinbar geht’s aber nur mit einem Staat der die Menschen wie ungezogene Kinder behandelt und maßregelt. Aber wer sich so benimmt, mei, muss sich halt nicht wundern!
    Liebe Grüße,
    Maren

    1. Ich finde, dass müsste man hier unbedingt auch einführen. Am Ende würde sich das dank der vielen Ordnungs-/Busgelder sicher tragen, wenn nicht sogar die gesamte Staatsverschuldung damit Geschichte wäre…
      Liebe Grüße
      Vanessa

  11. Müll erzeugen ist eine Sache, ihn zu entsorgen sollte selbstverständlich sein. Wir waren mal in Palermo. Dort lagen die Strände voll von Müll. Alles, was man sich denken kann. Bis hin zu alten Autoreifen. Nur an den „Vorzeigestränden“ war es einigermaßen sauber. Aber wehe, du gehst mal andere Wege. Ich lebe ja am Meer. Habe schon immer meinen Müll wieder eingepackt. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass wir vor zig Jahren die Zigarettenkippen auch in den Sand gesteckt haben. Da wussten wir es nicht besser. Ich rauche ja schon ewig nicht mehr. Heute wäre ich zumindest aufgeklärt, was das betrifft.

    Liebe Grüße
    Sabine

    1. Wir waren vor ein paar Jahren in Palermo, es war überall recht sauber, entgegen unseren Erwartungen. Die Stadt fährt offenbar große Kampagnen zur Müllvermeidung und Entsorgung. Grafitti an den Wänden zeigen entsprechendes Engagement der Anwohner. Als mein Liebster in eine Seitengasse reinfotografierte, sprach uns ein Paar an, Tenor: Warum fotografiert Ihr Müll? Müßt Ihr ständig die Mär vom dreckigen Palermo kolportieren? Zum Glück konnte er zeigen, dass er eine Kirche in einiger Entfernung und nicht die Mülltonne im Vordergrund links abgebildet hatte.

      1. Irgendwie lustig – da braucht es schon Touristen, damit die Einheimischen nicht nur ihren Müll sehen, sondern auch die hübsche Aussicht mal wieder wahrnehmen. Man sieht die Welt mit anderen Augen, wenn man reist. Sollte man sich für den eigenen Ort aber auch mal vornehmen.

    2. Der Müll an den Stränden wird ja oft vom Meer angespült (bei Autoreifen bin ich mir da allerdings nicht so sicher…) und ist gar nicht immer nur ein hausgemachtes Problem des jeweiligen Ortes. Immerhin haben sie da wohl gelernt, dass Touristen saubere Strände lieber mögen und vielleicht weitet sich das Konzept ja aus.
      Das mit der Zigarette im Sand machen leider heute noch viele – Urlaub mit Mann und Schwager hat in der Hinsicht viel Diskussionspotential. Immerhin haben Hotelstrände heute meist windsichere Aschenbecher.
      Liebe Grüße
      Vanessa

  12. Ganz ehrlich? Mir geht das alles verschärft auf den Sack. Wenn ich mich umschaue, seh ich in jeder Ecke Müll, den die Leute achtlos entsorgen. Auf dem Parkplatz, wo man, nachdem man sich den Mc Dreck-Fraß reingestopft hat, seinen Müll einfach aus dem Fenster wirft. Am Altpapiercontainer stapelt sich der Sperrmüll, wenn der Altkleidercontainer voll ist, wird der ganze Rotz einfach daneben geworfen. Zusammen mit dem Hausmüll, der nicht mehr in die Mülltonne passt. Von wilden Müllkippen mal ganz zu schweigen. Die Liste ist irgendwie unendlich, da brauch ich mir überhaupt keinen Kopp um Fastfashion und den ganzen billigen Chinaschrott machen, der für gigantische Müllberge sorgt. Das ist ein ganz eigenes Thema. Solang wir es nicht einmal selber schaffen, vor der eigenen Haustüre zu kehren und unser Konsumverhalten und das damit einhergehende Müllproblem zu überdenken, brauchen wir uns über globale Probleme keinen Kopf machen. Ich glaube, wir sind am Arsch, haben es aber offensichtlich noch immer nicht kapiert.

    1. Ich stimme dir bei fast allem zu. Allerdings möchte ich eine Lanze für McDonalds brechen, die zumindest Ihre Verpackungen vorbildlich umgestellt haben. Hilft natürlich nichts bei dem Wurf der Konsumenten aus dem Fenster, allerdings ist auch das bei uns besser geworden, da McDonalds in unserer Region dazu verpflichtet ist Müll im Umkreis von x-Kilometern von der Filiale zu entfernen.

      1. Da würden wahrscheinlich so manche das Streiten anfangen, ob der Müll nun die Verpackung ist oder ob er in der Verpackung steckt😉. Im Vergleich zu den Abfallbergen, die ich von früher in Erinnerung habe, ist das aber wirklich viel weniger geworden. Ich erinnere mich noch ganz dunkel an die Styroporverpackungen. Allerdings erinnere ich mich nicht, ob die auch früher schon so reichlich am Straßenrand entsorgt wurden. Und das mit der Verpflichtung, den Müll zu entfernen, wäre echt mal was für den Buger King im Nachbarort. An der Bundesstraße hier sieht es aus, als wäre man im Großen Pazifischen Müllstrudel gelandet…

    2. Wir sind sowas vom am Arsch! Aber aufgeben gilt nicht – und hilft ja alles nichts, wir haben ja noch immer keinen alternativen Planeten. Ich wäre ja für extrem harte Strafen aber was das angeht, hab ich glaub eh einen an der Waffel. Manchmal wünsche ich mir glatt den Pranger zurück (vor allem für Leute, die auf zwei Parkplätzen stehen). Andererseits war’s zu der Zeit auch nicht besser.

  13. Ich hab mal gesehen, wie jemand mit seinem Auto anhielt, das Fenster runterkurbelte und den vollen Aschenbecher auf der Straße entsorgte. Ich war so perplex, dass ich mir weder Automarke noch Kennzeichen gemerkt habe. Wahrscheinlich ist das die Strategie der Umweltsünder: Schockzustand herbeiführen und Anzeige vermeiden. 😟

    1. Eine ehemalige Freundin wurde für sowas mal angezeigt. In ihrer Geschichte waren es allerdings Hühnerknochen und ein Apfelkerngehäuse. Wer’s glaubt…

  14. Ich bin sowas von bei Dir und für Strafen bin ich auch. Nur so funktioniert es, siehe Singapur.
    Ich trenne akribisch unseren Müll. Am Arbeitsplatz überwache ich das Team und die Mülleimer.😂😅🤭 Wir sind ein kleines Team, da sieht man genau was wer wohin sortiert und auch wenn es falsch sortiert ist. Der „medizinische Müll“ ist teils echt schwierig, aber man kann es schaffen.
    Ein wichtiges Thema, gut dass Du drüber schreibst. Gerade bei den Zigarettenkippen kennen viele die Auswirkungen dieser kleinen Teile nicht.
    Ich wünsche Dir einen schönen Tag, liebe Grüße Tina

    1. So eine Müllbeauftragte bräuchte es wohl vielerorts – also falls du mal einen Nebenjob suchst 😉. Was sich nicht vermeiden lässt, sollte zumindest richtig entsorgt werden.
      Liebe Grüße
      Vanessa

  15. Ach ja – Bali. Ich war Anfang der Neunziger dort, da war es noch der Eat Pray Love Traum. Ab und an guck ich mal Webcams von der Insel, das kalte Grausen. Gut, dass es in meiner Erinnerung anders lebt.
    Aber zum Thema:
    Seitdem ich nicht mehr arbeite und mehr Zeit zum kochen habe, sind auch die Müllberge geschrumpft. Lebensmittel hab ich noch nie weggeschmissen, so böse kann ich meinem Geld gar nicht sein. Mir fällt immer noch was ein, was man mit den Resten machen kann. Gerade hab ich noch einen recht abenteuerlichen Reste-Nudelsalat zusammengerührt für’s Abendessen.
    Was mir immer auffällt: In den Niederlanden ist es besser mit der Vermüllung. Zum einen ist das sicher auf höhere Strafen zurückzuführen, die kennen da nichts und setzen ihre Gesetze auch durch. Zum anderen ist das Angebot an öffentlicher Müllentsorgung auch besser als hierzulande. Man findet in den Städten überall Mülleimer und in der Natur zumindest an den Parkplätzen. Es gibt auch sehr oft das Angebot kostenloser Kotbeutel für die Fellnasen und extra Entsorgungs-Mülleimer für die Kacktüten. Allerdings wird in NL Verpackungsmüll meistens nicht extra getrennt, was mich dann doch immer irritiert.
    Wenn wir mit dem Boot unterwegs sind, schleppen wir unseren Müll auch schon mal über Tage mit uns. Es gibt aber oft Anlaufstellen, wo man eben anlegen und den Müll in einen Container werfen darf. Dort fährt nach Plan einmal die Woche ein Müllschiff vorbei und leert die Container. Sehr nervig finde ich allerdings die Mengen Pfandflaschen, die sich so ansammeln im Boot. Das ist auch eine Frage des Stauraums. ich würde die bei aller Nerverei aber trotzdem nicht in den Müll werfen.
    Ich finde, achtsam mit der Umwelt umzugehen und sich über seinen eigenen Müll Gedanken zu machen, ist auch eine Frage des Charakters.
    Liebe Grüße
    Britta

    1. Für die Hinterlassenschaften der Vierbeiner sind hier auch Mülleimer an vielen Ecken und sogar kostenlose Tütenspender habe ich schon gesehen. Das hält leider manche Hundebestizer nicht davon ab, die gefüllten Tüten am Wegesrand zu deponieren. Angeblich holen sie sie auf dem Rückweg wieder ab. Blöd nur, wenn man dann nicht denselben Weg nimmt – die Menge der „vergessenen“ Tüten lässt eher anderes vermuten.
      Mit dem Boot ist die Mülllogistik sicher nochmal eine ganz andere Hausnummer. Wenn man das Wasser aber so sehr liebt, ist es gar keine Frage, dass man es sauber hält.
      Charakter ist wie Hirn – beides kann man nicht voraussetzen 😉
      Liebe Grüße
      Vanessa

  16. Wir trennen Gelb, Papier, Glas und Restmüll. Eine Biotonne geht aus verschiedenen Gründen nicht.
    Im Urlaub und auch sonst suche ich entsprechende Mülleimer und selbst aus der Bahn nehme ich meinen Abfall mit, wenn es keine entsprechenden Behältnisse gibt.
    Ich gebe allerdings unumwunden zu, dass ich es sehr schätze, wenn Badehotels ebensolche Handtücher anbieten. Denn es macht natürlich etwas mit dem Gepäck. Aber auch dort und im dortigen Bad tausche ich nicht jeden Tag, das mache ich zu Hause auch nicht.
    Es käme mir im Leben nicht in den Sinn, meinen Müll irgendwo abzuladen.
    Ganz groß in Mode ist in unseren beiden Wohnstädten, dass man Ausgedientes auf die Straße stellt, mit dem Vermerk: Zum Mitnehmen. Das ist für mich auch in vielen Momenten ein Fall von wilder Entsorgung.

    Ich finde, das Thema hast du sehr engagiert aufgegriffen.
    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Die Hotelhandtücher finde ich auch eine gute Lösung. Wir tauschen die auch eher selten – wenn sie halt dreckig sind. Hab es aber auch schon erlebt, dass man nur am Pool welche bekommen hat und die dann dort lassen musste. Die waren dann quasi frisch. Da wir unsere Strandtücher wegen dem Tauchen eh immer dabei haben, nehmen wir in solchen Fällen lieber die.
      Die „zu Verschenken“-Boxen enthalten ja oft nur Kram, bei dem ich mich frage, ob die Leute ernsthaft glauben, dass andere ihren Müll noch wollen. Wir hatten allerdings beim Sperrmüll mal einen alten Spiegel rausgestellt, da war ich schon froh, dass den noch jemand mitgenommen hat. Kommt halt ganz drauf an, was es ist und wo man es macht.
      Liebe Grüße
      Vanessa

  17. Der Tenor der Kommentare hier ist ja: mehr und höhere Strafen. Aber eine effektive (!) Umsetzung wäre nur mit flächendeckender Überwachung und womöglich auch Gesichtserkennung (zwecks Verfolgung der Verstöße) machbar. Und das wollen wir dann auch nicht wirklich..
    Mehr Ordnungsamtsleute, mehr Polizei: unfinanzierber mit einer Staatsquote schon jetzt von über 50% – und dennoch überlasteten Behörden und Verwaltungen.

    1. Meine Theorie ist ja, dass sich bei der Menge der Bußgelder so ein System selbst tragen würde. Und vom Rest tilgen wir die Staatsschulden 😉

    2. Stimmt, stimmt. Aber schon allein mit ein wenig kollektivem Raunen „da wird dir die Hand abgehackt, wenn du in Singapur nen Kaugummi kaust“ erzieht man auch einige/ viele. Dass es dann in Singapur auch schmutzige Ecken gab, hab ich fotografieren können, inklusive der plattgefahrenen (und nicht entfernten) Ratte – hat keiner glauben wollen. Will sagen: dieser gesellschaftliche Imperativ hilft auch. Die meisten glauben doch auch Wunder was mit ihrem Müll passiert, Hauptsache sie haben ihn fein säuberlich getrennt.

      1. Das der Großteil des Mülls in der Verbrennung landet, ist doch ein offenes Geheimnis. Ein bisschen mehr Konsequenz in Hinsicht der illegalen bzw. unbedachten Müllentsorgung, würden sich sicher viele wünschen. Ohne die bringen die besten Regeln leider nichts. Es muss ja nicht gleich die abgehackte Hand sein 😉

        1. Ja, bei informierten Menschen, die sich schon mehrfach mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Ich habe erst letztens über die Biotonne „aufgeklärt“, dass deren Inhalt nicht mehr, wie zu DDR-Zeiten (also vor 35+ Jahren) an die Schweine verfüttert wird, sondern dass daraus eben Biomasse entsteht. Ich war selbst überrascht, dass das unbekannt war. Und Konsequenzen? Leute, die kriminell wirklich heftigen Müll verklappen wollen, werden nicht erwischt. Andere, ich sage mal normale Menschen, die vielleicht irgendwelche alten Lacke rumstehen haben, wissen oft nicht mal ansatzweise, wo sie das hinbringen können – wenn es denn nicht noch zudem viel zu weit weg ist, oder zu Öffnungszeiten…

          1. Stimmt, sowas wie Müllentsorgung lernt man ja nicht in der Schule. Wie man flüssige Abfälle wie Farbe oder Reiniger entsorgt, habe ich auch nur durch Zufall gelernt, als die entsprechende Schadstoffsammlung mal direkt ums Eck stattgefunden hat. Die unbeschrifteten Gläser mit dubiosen Flüssigkeiten aus der alten Werkstatt meines Opas hätte ich aber auch nicht anders entsorgen wollen. Da weiß man ja nicht, was am Ende noch von den Rohrleitungen übrig ist…

  18. BTW: Irgendeine Ressource verzögert die Darstellung Deiner Seite, sie „hakt“ sozusagen etwas. Meist liegt das übrigens an der Bereitstellung von Java-Scripten, bzw. den Stylesheets. Wenn die verzögert zur Verfügung stehen, („wartet“) der Browser und stellt die Seite nicht dar.

    1. Ja, das ist ein längeres und extrem ärgerliches Thema – hängt mit dem Wechsel zu einem anderen Hosting-Anbieter zusammen. Dabei hatte ich mir sogar den Luxus eines Umzugsservice gegönnt. Tickets diesbezüglich sind seit vielen Tagen unbeantwortet. Nun darf ich mich neben tausend anderen Dingen doch wieder mit der Technik rumschlagen.
      Wer also einen guten Hosting-Anbieter für WordPress mit Sitz in Deutschland empfehlen kann…

  19. Word!
    Du triffst genau mein Empfinden und deshalb schreibe ich jetzt auch nicht mehr dazu, sondern hinterlasse nur viele freundliche Grüße,
    Marie

  20. Hallo Vanessa,

    das Müllthema beschäftigt mich auch immer wieder. Zu oft begegne ich in meiner Freizeit bei diversen Aktivitäten Müll in der Umwelt, um es zu ignorieren:

    – beim Wandern auf entlegenen Pfaden
    – beim Paddeln in fließenden Gewässern
    – beim Tauchen auf dem Meeresgrund
    – …

    Am schlimmsten empfand ich es bisher in Marseilles, als ich auf meiner ersten eigenen Reise unterwegs war. Dort fand ich nicht nur überall auf den Straßen und im Wasser Müll, sondern auch sinnbildlich in der Luft, weil regelmäßig Plastiktüten umherflogen.

    Meine Oma wollte schon immer mal Bali bereisen und gern hätte ich die Reise mit ihr zusammen unternommen. Seitdem mein Onkel dort war und von den Unmengen an Müll, die unreguliert gesammelt werden, berichtet hat, ist mir zumindest der Zahn gezogen worden.

    Das Grundproblem bei Müll bleibt: Ist er erst einmal entstanden, wird er früher oder später auf irgendeinem Wege auch in der Umwelt landen. Sei es als Mikropartikel oder als Schlacke nach der Verbrennung. Aus Sicht des Planeten ist das quasi egal, denn sämtliches Material ist gewissermaßen aus etwas Natürlichem entstanden. Kritisch ist es für das Leben auf der Erde – also auch für uns Menschen. Konsequenterweise müsste man eigentlich sämtliche Materialien, die nicht biologisch abbaubar sind, verbieten, und neue Materialien erst dann zulassen, wenn sie ausreichend erforscht worden sind. Doch dafür ist die Politik zu wirtschaftsfreundlich – aktuell mehr denn je.

    Die größte „Schwäche“ an der Zero-Waste-Bewegung sehe ich darin, dass sie einerseits nicht erschwinglich ist und andererseits das Leben der Menschen verkompliziert. Ein Konzept muss ja auch für die nutzenden Menschen nachhaltig in den Alltag integrierbar sein, damit es funktioniert. Lange Zeit habe ich mich gegen diese Argumente verwehrt. Entsprechend musste ich sie erst am eigenen Leib erfahren, um sie wirklich durchdringen und nachvollziehen zu können.

    Lieber Gruß
    Philipp

    1. Der Weg des geringsten Widerstands muss am Ende auch der beste für die Umwelt sein – leider sind wir Menschen instinktiv auf Energie sparen geeicht und in einem schwachen Moment vergisst man dann auch schnell seine gute Kinderstube. Da nehme ich mich selbst gar nicht aus. Da gäbe es sicher genug Mittel und Wege, die Politik müsste nur mutiger sein.
      Bei dem Müll in der Luft musste ich trotz des Ernstes doch schmunzeln. Ich bin am Strand mal einer vorbeifliegenden Plastiktüte hinterher gerannt – um die 100 Meter, ich bin nicht besonders schnell… – die blöden Gesichter der Brathähnchen: UNBEZAHLBAR 😂. Leider wird es von Urlaub zu Urlaub schlimmer. Noch bekommen wir den Müll in die Taschen der Jackets (bis auf einen 10l-Wasserbehälter, den ich mal im Riff aufgesammelt hab) aber so langsam müssen wir wohl ein Netz mitnehmen. Sowas sensibilisiert einen aber auch extrem für das Thema – daher fänd ich „Müll sammeln“ perfekt als erzieherische Maßnahme für diverse kleinere Vergehen. In der Hinsicht bin ich erstaunlich kreativ 🫣.
      Liebe Grüße
      Vanessa

  21. Immer wieder Sonntags, wenn wir nach der Stallarbeit an die Tanke fahren, um uns dort einen Milchkaffee und ein Gipfeli zu gönnen, rege ich mich auf über diese verd…… McDon-Verpackungen an der Autobahnausfahrt. Man holt sich also auf dem Heimweg nach dem Ausgang noch eben Mäc, Pommes und Cola, zieht sich das Zeug auf der Heimfahrt rein, öffnet dann das Fenster und befördert den Müll aus ebendiesem. Wenn ich mal jemanden erwischen sollte, der DAS fabriziert- Gnade ihm Manitou! Oder wir sind mit den Pferden im Wald unterwegs, und nach der nächsten Kurve erwartet uns ein Haufen Gerümpel. Autoreifen, Sonnenschirm, Gartenstühle, Matratze. Offenbar wollte sich jemand das Geld für die Entsorgung sparen, da bietet der Wald sich doch formidable als Deponie an! Und solche Beispiele gäbe es noch endlos viele- die Zigarettenstummelschnipser sind da ja geradezu „harmlos“- auch wenn sie in der Summe natürlich massenhaft Gifte in die Umwelt befördern.
    Auf jeden Fall, mit den Menschen stimmt ganz gewaltig was nicht- und ich wäre auch für horrende Strafen. Man kriegt solche üblen Umweltverschmutzer nur übers Portemonnaie, da, wo’s am allermeisten weh tut. Aber dann so richtig, bitte! Und übrigens: im Nachbarort steht auf dem Dorfplatz am Rathaus tatsächlich noch der alte, originale Pranger. Vielleicht sollte man mal, so als abschreckendes Beispiel, den einen oder andern Abfallsünder….?? Hätte ich dazu was zu sagen, ich würde keine Gnade kennen. In Zeiten, in denen Egozentrik, Rücksichtslosigkeit und – ich kanns nicht anders sagen! – Dummheit regieren, muss man wohl zu rigorosen Massnahmen greifen.
    Herzliche Grüsse!

    1. Dein Wort in Manitous Ohr! Leider findet man solche wilden Müllhalden viel zu oft vor und manch einer scheint sich zu denken, dass das in Ordnung wäre, wenn alle das machen. Dabei gibt es genug Möglichkeiten, seinen Abfall auch auf legalem Weg loszuwerden. Meist sogar kostenlos. Aber das ist wohl das Problem. Sobald es dann doch etwas kostet oder die Deponie gerade geschlossen ist, nimmt manch einer die Abkürzung des geringsten Widerstandes. Gnade würde ich da auch nicht kennen – so eine illegale Müllentsorgung passiert ja nicht versehentlich.
      Liebe Grüße!

  22. Ich stimme voll und ganz zu: Müllvermeidung und Respekt gegenüber der Natur sind Zeichen von Bewusstsein und Charakter. Hoffen wir von ganzem Herzen, dass mehr Menschen diesen Weg für sich entdecken. Herzlichst, Nicole

  23. Oh ja – bei uns war es die Woche schon – die Gartenabfuhr ist ja vorbei, da mehren sich die Säcke wieder an einem der sogenannten inoffiziellen Sammelplatz. Der nächste Termin ist Frühjahr 2026 wie blöd sind die Leut eigentlich…
    Ich bin ja für eine Müllpolizei und die Zigarttenstummel überall es soll sehr viel Geld kosten.Aber scheint ja egal zu sein. Einmal beobachtete ich einen Jungen ich schätze mal so Anfang Pupertät, da sagte ich er solle das doch bitte aufheben und in den Mülleimer werfen. da pampte er mich blöd an und ich sagte dann hätte ich jetzt Deinen Namen kann aber auch ein Foto machen und dich suchen lassen… da nahm er dann Müll vom Boden auf und übergab ihn dem Mülleimer.
    Aber egal was jedem – fast jedem – ist doch alles egal nur noch ICH ICH ICH.
    Und wegen mir gerne Überwachungskameras die die Übeltäter überführen. Wer nichts anstellt braucht auch nix zu befürchten. Und da die meisten eh in den Social Medien sind braucht mir keiner mit Privatsphäre kommen.

    LG
    Urusla

    1. Solche beliebten Plätze sollte man vielleicht mal auffällig per Kamera überwachen. Unbeobachtet verlieren so manche ihr Schamgefühl und vergessen ihre gute Kinderstube. Da hilft es natürlich sehr, die Leute direkt anzusprechen. Trauen sich nicht alle – man muss ja heutzutage schon mit dem Schlimmsten rechnen. Aber alleine sind es halt doch nur armselige Würstchen 😉. Und bestimmt wirk deine Ansprache nach, der traut sich so schnell nicht wieder.
      Was die Privatspäre angeht, geb ich dir recht. Neulich las ich von einer, die sich darüber beschwert hat, dass ihre „sensiblen Daten“ auf FB und Co. von KI genutzt würden. Ich bin vor Lachen schier vom Stuhl gekippt – sensible Daten bei FB 😂
      LG
      Vanessa

  24. Mir ist es unverständlich, warum man das alte Sofa oder den alten Kühlschrank, wenn man sie einmal im Auto hat, nicht gleich zur Kippe statt in den Wald bringen kann. Und Kippen und Kaugummis, seien sie auch noch so klein, auf die Straße und in Grünanlagen zu werfen, finde ich schlicht eine Sauerei. Müll nicht in die Landschaft zu werfen ist eine Frage des Vorbilds und der Erziehung.
    Mir ging kürzlich als ich ein Medikament nehmen musste, der Gedanke durch den Kopf, warum sie nicht in Mehrwerkgläsern verkauft werden.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Susanna

    1. Ich glaube, wenn die Deponie unerwartet geschlossen ist (nicht, dass man das nicht vorher im Netz nachlesen könnte…) kippen manche ihren Müll dann einfach in den Wald. Die illegale Entsorgung haben wir oft ganz in der Nähe der Deponie beobachtet.
      Und manche Medikamente könnte man sicher in große Gebinden wie Mehrweggläsern verkaufen – manch einer isst die ja wie Smarties 😉. Wobei es sicher einiges gäbe, was sich für Mehrweg anbieten würde.
      Liebe Grüße
      Vanessa

  25. Ich glaube beim Thema Müll kommt man heutzutage aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Zumindest wenn es einen stört, dass der Müll in der Landschaft herumliegt.
    Angefangen bei Hundeschietebeutel, mit Inhalt, die im Gebüsch liegen und das nicht nur 1-2 x, sondern in letzter Zeit immer öfter, zumindest hier in der Gegend. Es wurden wohl öffentliche Mülltonnen abgebaut und die Hundebesitzer müssten ihre Schietebeutel in ihren eigenen Tonnen entsorgen.
    Wenn ich wüsste wohin mit dem Müll…ich bin kurz davor mir selber eine lange Greifzange zu kaufen und mit dem sammeln anzufangen.
    Im Urlaub an der Nordsee, zum Glück stehen dort genügend Abfalleimer, gab es nach einigen Sturmtagen soviel Müll….etliches haben wir aufgesammelt. Aber, die Müllberge sind grenzenlos, bessere Lösungen als nur aufsammeln müssten her. Und ja, ich wäre auch für höhere Strafen, es würde vielleicht den Wert der Natur steigern.
    Liebe Grüße
    Gabi

    1. Stimmt, ich hab schon Nackenschmerzen vom Kopfschütteln (vielleicht ist es aber auch nur Muskelkater). Wer einen Hund hat, muss meiner Ansicht nach auch mit den Hinterlassenschaften leben. Ich frage mich, wer diese Beutel denn in die Landschaft wirft. Man nimmt doch immer wieder dieselben Runden und dann sieht man da immer mehr vom eigenen Müll – das ist ja fast, als mülle ich mir mein Wohnzimmer voll.
      Ich sehe es aber auch nicht ein, anderen hinterherzuputzen. Die Greifzange zum Müllsammeln wäre doch eine nette Strafmaßnahme für kleinere Vergehen. Und wer beim Entsorgen erwischt wird, darf dann gleich mal mitsammeln. Das tut so manch einem sicher auch mehr weh, als der Griff in den Geldbeutel. Man könnte ja gesehen werden 😈
      Liebe Grüße
      Vanessa

  26. Hey, da sprichst du mal wieder ein sehr wichtiges Thema an und das wird immer aktueller. Ich habe mich vor kurzem erst mit Fast Fashion auseinander gesetzt, das ist wirklich sehr heftig. Ich bin froh, dass ich fast alles second hand kaufe.
    Liebe Grüße!

    1. Badetücher nur für einen Urlaub zu kaufen, ist schon Extrem-Fast-Fashion. Wobei die Qualität solcher Waren ja eh nur eine kurze Tragezeit vorsieht – also höchstens ein Kurzurlaub 😉.
      Liebe Grüße!

  27. Zu den Berghütten habe ich neulich auch was im TV gesehen. Nicht nur hinterlassen sie Müll, sie verwüsten auch gleich die Hütte. Das mit den Handtüchern im Urlaub ist genauso unglaublich, wirklich. Da bleibt man echt sprachlos zurück.
    VG
    Elke

    1. Das mit den verwüsteten Hütten ist echt ein Problem. Die sollen ja im Notfall auch Schutz und vor allem Wärme bieten. Schade, dass manche Menschen so degeneriert sind.
      LG
      Vanessa

  28. Boar ich wäre ja nicht nett geblieben, wenn mir jemand sowas erzählt hätte. Für sowas habe ich nicht nicht genügens Sozial Kompetenz 😉
    Hier im Baugebiet, als die meisten Menschen schon hier lebten, hatten noch einige gebaut. Irgendwann wurde ein Sturm angesagt und auf einer Baustelle lag voll viel Müll rum. Weil niemand wusste, wer eigentlich die Bauherren sind, wurde das Ordnungsamt angerufen und die wollten sich auch kümmern. Hat wohl aber nicht funktioniert, der ganze Müll wurde schön in den Wald reingeweht. Viele Nachbarn und auch ich haben Stunden damit verbracht, das Zeig da raus zu holen, aber in die Brombeersträucher sind wir nicht geklettert. Das hat dann ein paar Tage später jemand von der Stadt gemacht. Ich habe meine 2 gesammelten Säcke dann auch wieder auf die Baustelle gestellt. Eine Nachbarin hat gesagt, war richtig von mir, sie hatte sich das aber nicht getraut.
    Ich habe den Eindruck, bei vielen Menschen schaltet das Gehirn außerhalb der eigenen vier Wände aus. Das ist nun kein Müllthema, aber ich denke jeder, der im Büro arbeitet, kennt es auch von da: Toiletten werden dreckig hinterlassen, Küchen, Leute kümmern sich nicht um ihr Essen im Gemeinschaftskühlschrank..Die Liste kann man fortführen.
    Aber um mit etwas schönem abzuschließen: in Düsseldorf gibt es um Mülleimer einen Ring, in den man Pfandflaschen- und Dosen reinstellen kann. Dann müssen Menschen, die das sammeln, nicht mehr im Müll rumwühlen und das wird auch gut angenommen. Ansonsten habe ich auch in anderen Städten beobachtet, dass Pfand neben den Müll gestellt wird und das finde ich dann auch sinnvoll.
    LG, Rahel

    1. Bei der Person war es generell ein Problem, nett zu bleiben. Aber wie gesagt, ich wollte dem Geburtstagskind die Party nicht verderben.
      Das mit der Baustelle ist auch schlimm. Wir mussten unseren Bauarbeitern auch ständig hinterherräumen. Da hätte es mich nicht gewundert, wenn uns das auch passiert wäre. Da kann man dann auch mal eine Runde Sekt für all diese hilfsbereiten Nachbarn springen lassen… Und natürlich kommt der Müll zurück auf die Baustelle – mal abgesehen davon, dass die ihn ja verursacht haben, wird er dort ja meist auch am Ende in einem Container entsorgt. Warum also die eigene Mülltonne damit befüllen – ist ja auch begrenzt.
      Die Mülleimer-Ringe gibt es hier leider nicht. Bei Konzerten sieht man dafür schon recht professionelle Flaschensammler, die an hochfrequentierten Punkten ihre Tüten aufhängen. Ich finde, die sollten vom Veranstalter noch einen Obolus bekommen – schließlich halten sie das Gelände sauber.
      LG
      Vanessa

  29. Toller Beitrag. Was noch dazu kommt: Müll besteht mittlerweile oft aus so vielen komplexen Materialien, dass eine sortenreine Trennung für ein eventuell mögliches Recycling (leider viel zu oft nur Verbrennung, schöngeredet mit „thermische Verwertung“) kaum möglich ist. Und selbst wenn man denkt, dass es Papier ist: ist es das nicht. Eine Tandempartnerin (ich erzähle das vermutlich schon zum tausendsten Mal) war mal Inhaltsstoffeanalystin eines großen koreanischen Papierherstellers und untersuchte Thermopapiere (für Kassenzettel) aus der ganzen Welt. Diese Kassenzettel allein bestehen aus fünf Schichten, Materialmix vom „Feinsten“ – und die Kassenzettel werden immer länger… Und wie die Dinger vermeiden? Klar gibt es Appmöglichkeiten und man kann sagen, dass man sie nicht will, aber gedruckt wird trotzdem so oft. Und bei wie vielen Menschen werden die weiter im Papiermüll landen?
    Zudem: Als gelernter DDRler bin ich es gewohnt, Sachen immer und immer wieder zu verwenden: Gläser? Auswaschen, kann man eventuell für irgendwas wiederverwenden. Tja, Pustekuchen. Hat man das Glas ausgewaschen und will es nutzen, kommt das nächste Produkt schon wieder mit einer neuen Verpackung daher -ich komm kaum hinterher und kann die gesammelten Gläser oft überhaupt nicht nutzen, am Ende muss ich sie oft doch entsorgen.
    Umweltbewusstsein ja, es wird bei Kleinigkeiten gedreht und auf Konsumenten abgewälzt, dabei wäre die Industrie gefordert.

    1. Immerhin lässt sich Glas besser recyceln, als so manch andere Verpackung. Wobei ich da auch erfreut über alles bin, was in der Mehrweg-Variante daher kommt. Was den Rest an Verpackungen (und Kassenzetteln) angeht, ist Vermeiden, so gut es geht, die beste Taktik. Selbst eine einfache Plastikverpackung besteht ja oft aus verschiedensten Schichten, die eben nicht so einfach getrennt werden können. Aus technischer Sicht sicher kleine Wunderwerke, was das Frischhalten von Waren angeht. Aus Recyclingsicht aber eine Katastrophe. Die Verantwortung dafür auf den Konsumenten abzuschieben, ist einfach. Nur fehlen manchmal einfach die Alternativen und mit entsprechender Preisgestaltung kann man den „Willen“ der Konsumenten ja ebenfalls beeinflussen. Unverpacktes Obst und Gemüse ist dafür ein schönes Beispiel. Ich fände es auch besser, wenn die Industrie da mehr in die Pflicht genommen würde.

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